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22.11.2022

Schmidt/Schnabl/Muthsam: „Zeigen wir Gewalt die Rote Karte! 2.367 Wegweisungen in NÖ sind zu viel!“

„Wir dürfen Frauen jetzt nicht allein lassen und müssen alles tun, um häusliche Gewalt zu verhindern“, so SPÖ-Landesfrauenvorsitzende LAbg. Elvira Schmidt anlässlich der Aktion „16 Tage gegen Gewalt“. Diese findet alljährlich vom 25. November bis 10. Dezember statt, um auf die erschreckend hohen Zahlen von häuslicher Gewalt österreichweit hinzuweisen. In diesem Jahr steht die Aktion der SPÖ-Frauen teilweise auch im Zeichen der Fußball-Weltmeisterschaft.

Sportliche Großereignisse führen zu einem Anstieg von häuslicher Gewalt. Das zeigen Studien. Ursache dafür ist der erhöhte Alkoholkonsum. Die SPÖ NÖ-Frauen unter LAbg. Elvira Schmidt fordern deshalb einmal mehr einen raschen Ausbau der Gewaltschutz- und Frauenberatungseinrichtungen in ganz Österreich. Schmidt verweist dabei zur Veranschaulichung auf die Zahlen aus dem Jahr 2021: „Es gab in Österreich 13.546 Betretungsverbote, alleine in NÖ wurden 2367 Betretungsverbote ausgesprochen. Das ist wieder ein eklatanter Anstieg zu Vorjahr – so kann es nicht weitergehen! Was wenn nicht diese erschreckenden Zahlen rechtfertigen, dass ein ständiger Krisenstab von Frauen-, Innen- und Justizministerium sowie Im Gewaltschutz tätiger Organisationen eingerichtet werden muss!“

„Es muss im öffentlichen Raum gut sichtbar sein, wo es Hilfe gibt. Gewalt an Frauen findet jeden Tag statt. Die Fußball-WM stellt nur eine weitere Gefahr dar. Die Bundesregierung muss handeln und ein Schutzkonzept bieten“, so Schmidt.

In die gleiche Kerbe schlägt auch LHStv. Franz Schnabl, der den besonderen Stellenwert von Gewaltprävention hervorhebt: „Es kann nicht sein, dass die Frauenministerin in der Pendeluhr schläft, während die Statistiken in unterschiedlichsten Bereichen Alarm schlagen“, so Schnabl. Der SPÖ NÖ-Vorsitzende weist dabei unter anderem auf die Zahl der Frauenmorde hin, von denen es im Durchschnitt mittlerweile 3 pro Monat in Österreich gibt. Ein unhaltbarer Zustand, sagt Schnabl: „Während die SPÖ-Frauen Tag für Tag den Finger in die Wunde legen und nachhaltige Verbesserungen für die hunderttausenden Frauen im Land einfordern, glänzt die Bundesregierung, insbesondere Frauenministerin Raab, durch Ignoranz und Vertrösten. Das kann so nicht weitergehen!“ 

Für Amelie Muthsam, SJ NÖ Vorsitzende und Kandidatin für die NÖ Landtagswahl, ist die Zeit des Abwartens längst vorbei: „Der Stillstand der Frauenrechte ist ein Armutszeugnis, egal ob in einem konservativ regierten Land wie Niederösterreich, oder auch im Bund!“ Sie fordert unter anderem den massiven Ausbau der Beratungsstellen für Mädchen und Frauen, sowie eine deutliche Aufstockung des Frauenbudgets. „Wenn die Frauenministerin nach wie vor der Meinung ist, keine Feministin zu sein, sollte sie besser heute als morgen zurücktreten und die Frauenagenden endlich in würdigere Hände legen.“ Abschließend bestärkt Muthsam ihre vollste Solidarität für die Frauenproteste im Iran: „Denn wenn über Gewalt gegen Frauen gesprochen wird, dürfen wir nicht an den Grenzen Österreichs aufhören. Wir müssen über den Tellerrand blicken und den Mord an Jina Amini durch die Sittenpolizei und die brutale Niederschlagung der Proteste, die daraufhin ausgebrochen sind, aufs schärfste verurteilen!“

 

 

 

Verstärkter Schutz gefordert

Das fordern die SPÖ-Frauen

·      Schutzkonzept für die Zeit der Fußball-WM: Hilfseinrichtungen müssen im öffentlichen Raum gut sichtbar sein!

 

 

·      Ständiger Krisenstab von Frauen-, Innen- und Justizministerium sowie Im Gewaltschutz tätiger Organisationen

 

 

·      Mehr Hochrisikofallkonferenzen

 

 

·      228 Millionen Euro für den Gewaltschutz und 3000 Vollzeitstellen in Beratungseinrichtungen

 

 

·      Ausbau der Frauen- und Mädchenberatungsstellen und eine solide Basisfinanzierung

 


Österreichweite Daten zu Betretungs- und Annäherungsverboten

(Quelle: Statistik der Gewaltschutzzentren / Wiener Interventionsstelle)

 

Im Jahr 2021

  • wurden von den Gewaltschutzzentren / der Interventionsstelle 13.546 Betretungs- und Annäherungsverbote von der Polizei gemeldet.

 

  • wurden 22.039 Opfer familiärer Gewalt von den Gewaltschutzzentren / der Interventionsstelle beraten

 

  • waren rund 81.3 % der Opfer von häuslicher Gewalt weiblich

 

  • waren ca. 90,4 % der Gefährder männlich

 

Die Gewalt an Frauen ist in den letzten Jahren in Österreich stark gestiegen. Im Jahr 2021 wurden insgesamt 13.546 Betretungs- und Annäherungsverbote verhängt. (2020: 11.495, 2019: 8.748)

 

29 Frauen wurden im Jahr 2021 ermordet. Beim überwiegenden Teil der Frauenmorde bestand ein Beziehungs- oder familiäres Verhältnis (z.B. Partner oder Ex-Partner oder Familienmitglied) zwischen Täter und Opfer. Monatlich werden in Österreich mittlerweile etwa 3 Frauen ermordet.